Frau und Technik
webgrrls NRW Forum konsolidiert sich
„Wieder eine gelungene Veranstaltung”, ist das Fazit
des zweiten webgrrls NRW Forum, das am 2. Oktober im forumF
in Köln stattfand. Die rund 60 Teilnehmerinnen interessierten
sich vor allem für die drei Technikthemen.
Insgesamt
wurde die Auswahl der Themen und die Qualität der Referentinnen
mit gut beurteilt. Positives Feedback gab es darüber hinaus für
die perfekte Organisation der Veranstaltung und die entspannte Atmosphäre
zum aktiven Netzwerken. Vor allem für die Technikthemen wünschten
sich einige Teilnehmerinnen mehr praktische Umsetzung in Form von
Workshops wie im vergangenen Jahr angeboten. Diesmal hatten die Veranstalterinnen
zugunsten der Themenvielfalt auf mehrstündige Veranstaltungen
verzichtet.
Für
das größte deutsche Netzwerk für Fach- und Führungsfrauen
rund um Informationstechnologie und neue Medien ist das Interesse
an Technikthemen nicht ungewöhnlich. Es zeigt, dass hier Bedarf
besteht - ein Bedarf, zu dessen Deckung das webgrrls NRW Forum auch
in 2005 wieder beitragen will. Der genaue Termin steht noch nicht
fest, wird aber wieder im Herbst liegen.
Ein Novum war die Podiumdsdiskussion rund um das
Thema „Krise”. Wer Pleite macht oder arbeitslos ist, redet
selten offen darüber. Notlagen sind nicht gesellschaftsfähig,
allenfalls
wenn sie bewältigt oder die gemachten Erfahrungen in Buchform
veröffentlicht wurden. Kein Wunder, wenn sich „Ottilie-Normalberuflerin”
als Versagerin fühlt, weil die eigene Krise sie eher umhaut als
beflügelt. Dabei wäre der Erfahrungsaustausch mit Branchenkolleginnen
besonders in dieser Situation notwendig.
Krise, das zeigte die von der Journalistin Brigitta Lentz moderierte
Diskussion, wird von den Betroffenen unterschiedlich empfunden. Die
einen müssen in erster Linie Abschied nehmen vom vertrauten Umfeld
oder von einem Lebenstraum.
"Krise
wird dann vor allem als psychische Belastung empfunden", wusste
die Psychologin Dr. Margarethe Tophof zu berichten. Andere empfinden
in dieser Situation nur Wut, die sie beflügelt, etwas zu unternehmen.
„Praktische Überlegungen zum Lebensunterhalt spielen die
wichtigste Rolle”, so einige Teilnehmerinnen. In beiden Fällen
jedoch ist es wichtig, einen Weg aus der Krise skizzieren zu können.
Mit anderen darüber zu sprechen hilft immer. Die Gesprächspartnerin
sollte allerdings gut gewählt sein, denn zum Business-Smalltalk
eignet sich das Thema Krise nicht.
Die eher praktisch Orientierte versucht von den Erfahrungen des Gegenübers
profitieren oder den eigenen Blick erweitern zu können. „Sie
nutzt auch anwaltlichen Rat, wenn es beispielsweise um Kündigung
geht”, berichtete die Anwältin Ute Rossenhövel aus
ihrer Praxis. Wen die Krise eher psychisch umhaut, nimmt möglicherweise
das therapeutische Gespräch in Anspruch. Am Ende steht in jedem
Fall die für die Betroffene richtige Fragestellung. So lassen
sich die Problemfelder einkreisen, die richtigen Fragen an sich selbst
oder an andere stellen und Lösungswege aus der Krise beschreiten.
„Hier können Netzwerke sowohl in der einen wie der anderen
Richtung helfen”, so die Meinung von Friedeborg Röcher-Gilson,
Supervisorin und Personalentwicklerin.
Ein besonderer Dank geht an unsere Kooperationspartner
ForumF und die
Kommunalstelle
Frau & Wirtschaft für die erneute Unterstützung.