webgrrls NRW Forum 2004
 

 

Frau und Technik

webgrrls NRW Forum konsolidiert sich

„Wieder eine gelungene Veranstaltung”, ist das Fazit des zweiten webgrrls NRW Forum, das am 2. Oktober im forumF in Köln stattfand. Die rund 60 Teilnehmerinnen interessierten sich vor allem für die drei Technikthemen. Insgesamt wurde die Auswahl der Themen und die Qualität der Referentinnen mit gut beurteilt. Positives Feedback gab es darüber hinaus für die perfekte Organisation der Veranstaltung und die entspannte Atmosphäre zum aktiven Netzwerken. Vor allem für die Technikthemen wünschten sich einige Teilnehmerinnen mehr praktische Umsetzung in Form von Workshops wie im vergangenen Jahr angeboten. Diesmal hatten die Veranstalterinnen zugunsten der Themenvielfalt auf mehrstündige Veranstaltungen verzichtet.

die Lobby bot eine angenehme GesprächsatmosphäreFür das größte deutsche Netzwerk für Fach- und Führungsfrauen rund um Informationstechnologie und neue Medien ist das Interesse an Technikthemen nicht ungewöhnlich. Es zeigt, dass hier Bedarf besteht - ein Bedarf, zu dessen Deckung das webgrrls NRW Forum auch in 2005 wieder beitragen will. Der genaue Termin steht noch nicht fest, wird aber wieder im Herbst liegen.

Ein Novum war die Podiumdsdiskussion rund um das Thema „Krise”. Wer Pleite macht oder arbeitslos ist, redet selten offen darüber. Notlagen sind nicht gesellschaftsfähig, Die Gesprächsrunde auf dem Podiumallenfalls wenn sie bewältigt oder die gemachten Erfahrungen in Buchform veröffentlicht wurden. Kein Wunder, wenn sich „Ottilie-Normalberuflerin” als Versagerin fühlt, weil die eigene Krise sie eher umhaut als beflügelt. Dabei wäre der Erfahrungsaustausch mit Branchenkolleginnen besonders in dieser Situation notwendig.

Krise, das zeigte die von der Journalistin Brigitta Lentz moderierte Diskussion, wird von den Betroffenen unterschiedlich empfunden. Die einen müssen in erster Linie Abschied nehmen vom vertrauten Umfeld oder von einem Lebenstraum. Teilnehmerinnen der Podiumsdiskussion"Krise wird dann vor allem als psychische Belastung empfunden", wusste die Psychologin Dr. Margarethe Tophof zu berichten. Andere empfinden in dieser Situation nur Wut, die sie beflügelt, etwas zu unternehmen. „Praktische Überlegungen zum Lebensunterhalt spielen die wichtigste Rolle”, so einige Teilnehmerinnen. In beiden Fällen jedoch ist es wichtig, einen Weg aus der Krise skizzieren zu können. Mit anderen darüber zu sprechen hilft immer. Die Gesprächspartnerin sollte allerdings gut gewählt sein, denn zum Business-Smalltalk eignet sich das Thema Krise nicht.

Die eher praktisch Orientierte versucht von den Erfahrungen des Gegenübers profitieren oder den eigenen Blick erweitern zu können. „Sie nutzt auch anwaltlichen Rat, wenn es beispielsweise um Kündigung geht”, berichtete die Anwältin Ute Rossenhövel aus ihrer Praxis. Wen die Krise eher psychisch umhaut, nimmt möglicherweise das therapeutische Gespräch in Anspruch. Am Ende steht in jedem Fall die für die Betroffene richtige Fragestellung. So lassen sich die Problemfelder einkreisen, die richtigen Fragen an sich selbst oder an andere stellen und Lösungswege aus der Krise beschreiten. „Hier können Netzwerke sowohl in der einen wie der anderen Richtung helfen”, so die Meinung von Friedeborg Röcher-Gilson, Supervisorin und Personalentwicklerin.

Ein besonderer Dank geht an unsere Kooperationspartner ForumF und die Kommunalstelle Frau & Wirtschaft für die erneute Unterstützung.

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