Barcamp – was ist das?

Gerade Themen, die weniger im Mainstream diskutiert werden, Technologie-Entwicklungen, die in ihren Babyschühchen stecken, oder Referent:innen, die (noch) unbekannt sind, finden kaum oder erst spät Eingang in den traditionellen Konferenzmarkt. Wie wäre es mit einem Austausch, ähnlich wie wir in den Kaffeepausen klassischer Tagungsformate von anderen Teilnehmenden oft spannend Erkenntnisse gewinnen und auf ungewöhnliche Aspekte aufmerksam werden?

Diese lebendigen Dialoge auf Augenhöhe wollen Barcamps initiieren und befeuern. Denn hier gibt es keine vorab gebuchten Vorträge, keine vorab definierten Themen: Dafür vielfältige Expertise und Raum für den Austausch miteinander und dem gemeinsamen und voneinander Lernen. Teilnehmer:innen eines Barcamps sind so mit ihren eigenen Perspektiven und Erfahrungen gleichzeitig Teilgeber:innen.

Agenda & Sessions

Manche nennen dieses Format ohne vorab definiertes Themenprogramm als Gegensatz zu einer typischen Konferenz auch "Unkonferenz".  Der Begriff Barcamp ist inzwischen auch im deutschsprachigen Raum mehr als geläufig. Am Morgen des Barcamps gestalten die Teilnehmer:innen gemeinsam ihre Agenda mit den Themen, die für die Anwesenden relevant sind. Jede:r kann Themen vorschlagen, die dann in so genannten Sessions besprochen werden.

Denn festgelegt ist beim Barcamp nur der zeitliche Rahmen: Es gibt einen Anfang, eine Mittagspause und ein Ende, dazwischen dauert jede Runde von parallel stattfindenden Sessions typischerweise maximal 45 Minuten. Zwischen den Runden besteht ausreichend Zeit die nächste persönlich passende Session herauszupicken. Ein Barcamp ist ein super Beispiel für effizientes Timeboxing: Dass die nächste Session pünktlich beginnen kann liegt mit in der Verantwortung aller Session-Gebenden. Genauso obliegt ihnen die Dokumentation ihrer Session – gerne unterstützt aus dem Kreis der Teilnehmenden.

Inzwischen gibt es vielfältige Ausgestaltungen der Barcamps. In vielen Städten und Regionen gibt es thematisch breit aufgestellte Barcamps mit Lokalbezug; es finden Unkonferenzen mit spezifischem Themen- oder Branchenfokus statt, und Unternehmen nutzen das Format für interne Vernetzung und Austausch.

Barcamp der webgrrls

Zum Jubiläumskongress fand in München das erste Barcamp der webgrrls statt – 2021 veranstalten wir unser erstes Online-Barcamp mit dem Fokus auf die geschäftliche Nutzung digitaler Medien ein eher offenes Barcamp. Schließlich wollen wir über den Tellerrand schauen und Anregungen erhalten, die unerwartet sind und überraschen. Erfahrene Barcamp-Teilnehmer:innen wissen: Der persönliche Nutzen ist vielfältig, auch wenn dies mangels Programm im Vorfeld wenig erkennbar ist. Nur ein Beispiel: Wer zu einem Thema andere Perspektiven oder Erfahrungen braucht, bietet eine Gesprächsrunde als Session an – und schon wird die Veranstaltung sehr nützlich.

Wir sammeln gemeinsam schon im Vorfeld ein, welche Themen dir und anderen webgrrls auf den Fingernägeln brennen, welche Sessions du einbringen willst. So hast du vorab ein Bild, was welche Themenbreite dich erwartet. Das genaue Programm bestimmen wir dann gemeinsam zum Auftakt des Barcamps.

Der Ablauf beinhaltet eine Vorstellungsrunde der Teilnehmenden, dann eine Vorstellungsrunde der Sessions, die am so genannten Sessionplan notiert werden. Je nach Größe der Gruppe gibt es mehrere parallel stattfindende Sessions – die Slots im Sessionplan. Und dann geht es auf in den Erfahrungs- und Wissensaustausch! 

Schau dir hier gerne das von der Corporate Learning Community letztes Jahr veröffentlichte Erklärvideo zu Barcamps an:

(Video CC-BY Corporate Learning Community / youknow)